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Bio-Einkaufstipps

Bio-Siegel

Enthält Werbung:Es gibt ein Wirrwarr von Biosiegeln, wir helfen dir weiter

Von uns getestet: Enthält Werbung

So wie auf dem Beitragsbild wünschen wir uns die Welt, in der wir Konsumenten sind.

Doch die Realität ist anders, das weißt du.

Zunächst einmal das:

Nicht alle Lebensmittel, die du kaufen kannst, dürfen sich “BIO“ nennen, denn diese Bezeichnung ist in ganz Europa rechtlich geschützt: Es gibt die EG ÖKO- Verordnung, die die Kriterien dazu bestimmt, die alle mindestens erfüllen müssen, damit sie eine Bio-Bezeichnung oder ein Bio-Siegel für ihre Produkte benennen dürfen.

Die nicht staatlichen Bio-Siegel, die wir hier vorstellen, zertifizieren alle jedoch höhere Standards und wir empfehlen im Gros auch Lebensmittel dieser Siegel. Doch gibt es auch „Vorstufen“, etwa Produzenten/Bauern, die noch nicht das Siegel, das ja auch Kosten mit sich bringt und eine Vorlaufzeit hat, erhalten. Wir haben dann jeweils versucht, bei z.B. regionalen Anbietern, die „Bio-Nähe“ zu recherchieren.

Wichtig war und ist uns dabei: Eine ökologische und nachhaltige Herstellung der Produkte und die soziale Verantwortung, die übernommen wird.

Zunächst einmal die Klärung der wichtigtsen Siegel, die es in deinem Bio-Markt, aber auch im Supermarkt und sogar beim Discounter gibt: Wir denken, dass man all diesen Siegeln „trauen“ kann. Mit einigen haben wir direkt Kontakt aufgenommen, sind in deren Presseverteiler und erkundigen uns regelmäßig über Aktivitäten, z.B. Naturland und Bioland, die sogar wirklich in Worten und Taten sich in die Öko-Politik einmischen. Und nur so kann es doch gehen…

Gesetzliche Siegel

Das sind die Bedingungen:

Die Vergabe des Bio-Siegels richtet sich nach den Kriterien der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau:

  • Grundsätzlich müssen alle Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs aus dem ökologischen Landbau stammen, bis zu einem Anteil von 5 Prozent können nichtökologische Zutaten im Rahmen von streng geregelten Ausnahmen verwendet werden, soweit diese Zutaten nicht in ökologischer Qualität verfügbar sind.
  • Nur Erzeuger sowie Verarbeitungs- und Importunternehmen, die den Anforderungen der Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gerecht werden und sich den vorgeschriebenen Kontrollen unterziehen, sind berechtigt, ihre Produkte unter den Bezeichnungen “Bio” oder “Öko” zu verkaufen.
  • Bei der Kennzeichnung der Produkte muss die Codenummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle angegeben werden. Das Schema der Codenummer für eine Kontrollstelle, die in Deutschland ansässig ist, lautet: DE-ÖKO-000. Dabei steht “DE” für Deutschland und “000” für die dreistellige Kennziffer der Kontrollstelle.
  • Biobetriebe führen über alle Betriebsmittel und Erzeugnisse genau Buch. Sie müssen beispielsweise genau erfassen, was sie von wem gekauft und an wen verkauft haben. So lassen sich die Bioprodukte bis zum Erzeuger zurückverfolgen. Amtlich zugelassene private Kontrollstellen überprüfen mindestens einmal jährlich den gesamten Betrieb und führen zusätzlich unangemeldete Stichproben bei den Erzeugern und Verarbeitern durch. Die Arbeit der Kontrollstellen wiederum wird staatlich kontrolliert.
  • Eine wichtige Rechtsgrundlage für die Kontrollen ist das Öko-Landbaugesetz. Wenn bei den Kontrollen Verstöße festgestellt werden, müssen diese von den Kontrollstellen an die zuständigen Länderbehörden gemeldet werden. Im Öko-Landbaugesetz sind auch die Erteilung und der Entzug der Zulassung für die privaten Kontrollstellen verankert.
  • Neben der “Biokontrolle” unterliegen Bioprodukte selbstverständlich auch den futter- und lebensmittelrechtlich vorgeschriebenen Kontrollen in Deutschland.

Demeter:

Das Demeter-Siegel gibt es seit nunmehr über 80 Jahren und es hat sich in der Zeit zu einem sehr etablierten Markenzeichen entwickelt, das für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise und für streng kontrollierte Vertragspartner steht.

Was hervorzuheben ist, ist die lückenlose Überprüfung der Demeter-Siegel-Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, d.h. vom Anbau bis zur Verarbeitung wird auf die konsequente Einhaltung der Demeter-Richtlinien geachtet.

Über die gesetzlichen Regelungen hinaus gibt es bei Demeter ausschließlich die Gesamtbetriebsumstellung auf Bio. Danach werden dann die Produkte nur für das Siegel zugelassen, die in besonders ausgewählten Geschäften angeboten werden. Ob sich das zwischenzeitlich etwas gelockert hat, sei dahingestellt, denn Demeter gibt es nicht nur mehr im Bio-Laden, sondern auch im Supermarkt, z.B. häufig bei Edeka.

Die Produkte sind aber auf jeden Fall auf hohem Niveau in der Qualität und vertrauenswürdig:

So sind:

100 Prozent Bio-Futter sind Pflicht für Demeter-Bauern

mindestens 80 Prozent der Futterration für z.B. Rinder und mindestens 50 Prozent des gesamten

Tierfutters muss Demeter-Qualität haben, davon müssen 50 Prozent vom eigenen Hof der Demeter- Bauern stammen, die ihre Tiere nicht als Ware behandeln, sondern als lebende Kreaturen und so auch mit ihnen umgehen.

Synthetische Mittel (Kunstdünger, Spritzmittel, u.a.) sind verboten. Düngemittel bestehen aus Kuhmist, Quarzkristallen, Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian.

Milch stammt z.B. von horntragenden Kühen, schaurig, dass da noch als Besonderheit erwähnt werden muss. Aber das Tierwohl steht bei Demeter eindeutig im wahrsten Sinne des Wortes an erster Stelle.

Fazit: Diese Qualität hat natürlich seinen Preis, jedoch ist durch das Angebot von Demeter-Produkten in Supermärkten für die breite Verbraucherzahl eine Möglichkeit gegeben, sich diese gute Produktklasse, die verbunden ist mit einem guten Verbrauchergewissen, auch leisten zu können.

Naturland

Was wirlich positiv als erstes anzumerken ist: Dieses Siegel fördert weltweit den Ökologischen Landbau und ist mit über 53.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.

Produkte werden auch nur mit höchstem ökologischen Standards angeboten: So wird ausschließlich ohne Gentechnik erzeugt. Naturland engagiert sich weit über die Lebensmittelproduktion hinaus, so z.B. in den Bereichen ökologische Waldnutzung, Textilherstellung und Kosmetik.

Naturland ist ein basisdemokratischer Bauernverband, über dessen satzungsgemäße Ziele die Delegiertenversammlung wacht. Das Siegel ist zusätzlich als gemeinnützig anerkannt worden.

Der Schwerpunkt des ökologischen Landbaus basiert auf Ganzheitlichkeit, daher kann es keine nur Teilbetriebsumstellungen der Betriebe geben: Entweder ganz, oder gar nicht! Die Fütterung der Tiere muss mit 50% über den eigenen Anbau gewährleistet sein, sodass schon allein in dem Bereich die Naturland Richtlinien Bereiche abdecken, die weit über die der EG-Öko-Verordnung liegen, so auch die ökologische Aquakultur, ökologische Waldnutzung oder die Sozialrichtlinien. Das Tierwohl steht an erster Stelle, somit kann der Verbraucher hier den Produkten mit diesem Siegel uneingeschränkt trauen. Naturland-Betriebe werden außerdem mindestens einmal im Jahr von unabhängigen, staatlich anerkannten Kontrollstellen kontrolliert und erst nach intensiver Überprüfung alles Naturland-Bedingungen von einem unabhängigen Entscheidungsgremium anerkannt.

Bioland

Bioland ist zwischenzeitlich eines führenden ökologischen Anbauverbände hier in Deutschland. Die Wirtschaftsweise der Betriebe fußt auf einer Kreislaufwirtschaft – ohne synthetische Pestizide und chemisch-synthetische Stickstoffdünger. Die Tiere werden natürlich und artgerecht gehalten, vertrauenswürdig vor allem und nicht so, wie uns so manche andere Lbensmittelkennzeihnung vorgaukeln will. Die Lebensmittel werden schonend, umweltverträglich und nachhaltig verarbeitet

Jeder Bioland-Betrieb wird zudem regelmäßig von einer unabhängigen, staatlich zugelassenen Kontrollstelle kontrolliert. Darüber hinaus muss der Bioland-Betrieb mit uusätzlichen, unangekündigte Stichprobenkontrollen rechnen.Nach diesenstrengen Regeln kann ein Betrib auch schnell abgemahnt werden, was auch zum Ausschluss fürhren kann.

Auch hier muss das Futter zu 50% aus dem eigenen Anbau kommen, der Öko-Anbau ist dabei ausschließlich, d.h. nichts darf konventionell angebaut werden.Fischmehl als Futterzugabe ist zum Glück völlig untersagt sowie ebenso gentechnische Zusätze.

Bioland, ein wirklich vertrauenswürdiges Siegel, lässt seit einigen Jahren auch einen Verkauf dieser zertifizierten Lebensmittel bei Lidl zu: Wir haben getestet: Auch hier stimmt eindeutig die Qualität, doch öffnet dies den Verbrauch auch für Verbraucher*innen, die nicht den hohen Preis für Bio-Produkte allgemein ausgeben können. Aber trotzdem sind die Bioland-Produkte beim Discounter Lidl ihre Preis wert, Betonung auf WERT. Nicht billig. Wir erhalten regelmäßig Pressemitteilungen, die das hohe Engagement von Bioland in allen ökologischen Fragen deutlich machen.




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