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Curd – speziell für Berlin

Curd hat nichts mit dem Männernamen zu tun und bedeutet auch nicht “Quark”, sondern ist eine Spezialität aus Bio-Früchten. Schau nach…

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, ….

dann mach Limonade daraus. Oder Curd. Vielleicht könnte man dieses Lebenszitat dahingehend verändern, denn Limonade trinkst du schnell aus, aber Curd kannst du zu herrlichen Süßigkeiten weiterverarbeiten und hast ganz lange etwas davon. Lange den schlechten Ereignissen im Leben trotzen, besser geht‘s nicht. Und dett is Berlin.

Also machen wir Curd.

Ich habe letztens in meinem Zitrusfrüchtewahn Lemon-Curd gemacht und ein altes Rezept aus England, der Wiege aller Curd-Rezepte, benutzt. Das Glas war so schnell leer, dass ich kein Bild davon machen konnte, also habe es ich zur Illustration gemalt…

Lemon-Curd: So sah es aus 🙂

In England und Nordamerika wird diese Zitronen- oder Lemon-Curd traditionell als Brotaufstrich gegessen. Aber es geht auch so: Curd in Joghurt und Quark, in Müsli als Süßungsmittel, in und auf Kuchen: In den französischen Pâtisserie-Klassikern wie Tarte au Citron bzw. Tarteletts au Citron und Macarons ist Lemon Curd unverzichtbar. Es klappt auch beim so beliebten Käsekuchen als Add-On. Eis damit als Zutat gewürzt? Hmmm, lecker. Den Mamorkuchen à la Citron, eine “Erfindung” von Bioday Berlin, der natürlich den herrlich zitronigen Geschmack hat, wenn der Kuchen gebacken ist, findest du unten auf dieser Seite.

Gleich am nächsten Tag experimentierte ich und machte die Birnen-Curd, weil es im Herbst jetzt so gute Bio-Birnen gibt, schön große, reife Früchte.

Und das geht so: ( vorher am besten erst den ganzen Text lesen)

Ich habe eine Portion zunächst gemacht. Man kann alles verdreifachen und hat genug Curd für die nächsten Tage. Aber ich würde dich gerne zum Experimentieren ermutigen. Eine kleine Menge ist dafür ideal. Du brauchst auf jeden Fall ein Glas mit festem Schraubdeckel. Spüle es zuvor sehr heiß aus, aus hygienischen Gründen.

Zutaten für eine Mini-Portion zum Testen:

1 reife Bio-Birne, so 150g in geschältem Zustand

1 Bio-Ei

ca 100ml Wasser. Falls du Birnensaft übrig hast, kannst du den nehmen. Du kannst aber auch aus den Schalen Saft machen. Das mache ich immer. Rezepte dazu findest du hier, für alle möglichen Früchte anwendbar. Ich habe jetzt einfach beim Schälen die Schalen probiert: Wenn sie süß-lecker waren, habe ich sie schwungvoll mit der Frucht in den Topf geworfen und nach dem Kochen wieder rausgefischt.

etwas Zimt, vielleicht 1 Messerspritze?

10 g Zucker und noch etwas Zitronensaft, 1 Esslöffel reicht

ca 70g Butter oder auch eine qualitätvolle vegane Bio-Margarine, die gut buttrig schmeckt, etwa wie die von Naturli

Die Birne nun schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit Wasser oder Saft, dem Zitronensaft als Würze und Zimt kurz aufkochen und so lange köcheln lassen, bis die Früchte weich und pürierbar sind. Dann vom Herd nehmen und mit dem Pürierstab kurz, aber beherzt bearbeiten. Du musst aber alle Früchte “erwischen”. Mein alter Pürierstab ist da ein bisschen schluderig, ich kaufe aber deswegen keinen neuen: Nur immer alles wegwerfen, ist eine schlechte Lösung. Also strenge ich mich einfach mehr an.
Das Resultat sollte eine etwas flüssige Konsistenz haben: Kennst du diesen katastrophalen Billig-Apfelmus, der keineswegs auch nur irgendwas mit der Frucht gemein hat? Diese Konsistenz sollte deine Curd zunächst haben. Abkühlen lassen, damit das Ei, ohne dass es Rührei wird, hinzugegeben werden kann, die Butter/Margarine dazugeben und nun den Zucker hineinschütten, gut verrühren. Jetzt musst du alles erneut auf den Herd stellen und langsam erwärmen, dabei immer mal umrühren. Es dickt nun ein und wird cremig. Fertig!
In das kleine Glas die Birnen-Curd noch heiß einfüllen und verschließen. Auf den Kopf stellen und so ca. 5 Minuten stehen lassen.
Die Curd ist verschlossen ca. 14 Tage im Kühlschrank haltbar, geöffnet würde ich es nicht länger als eine Woche aufbewahren. Klappt eh nicht, weil es so schmeckt.

Birnen- und Apfel-Curd sind optisch nicht der Highlight, schmecken aber herbstlich-gut.

Curd kannst du aus allen Früchten machen, auch aus exotischen. Dann gibst du Kokosmilch statt Wasser dazu. Es gibt wirklich gute Kokosmilch beim Bio, aber auch in Bio-Qualität bei Lidl und anderen Discountern und Supermärkten, dort ist sie preislich viel günstiger.

Es geht auch toll mit Dosenfrüchten, z.B. Ananas. Hier brauchst du die Früchte nur aus der Dose/dem Glas zu nehmen und zu pürieren, falls notwendig mit Saft auffüllen, der Rest wie gehabt.

Curd Berlin

… ist kein Schauspieler, wie Curd Jürgens, sondern eine Curd, die zur Stadt passt: Mische alle möglichen Früchte, die du gerade im Vorrat hast, zusammen und fülle mit Saft oder Kokosmilch auf. Und dann mach weiter, wie oben. Ja, und zum Schluss kannst du auch noch mit etwas Alkohol würzen. Ich mache das erst zuletzt, weil ich nicht weiß, welche chemischen Auswirkungen Alkohol auf die Curd-Mischung hat. Für Kinder bitte ohne Alk. Es entsteht ein Gemisch aus allem, verrührt, mit Überraschungsgeschmack und Überraschungsfarbe – eben wie Berlin, der buntesten und vielfältigsten Stadt überhaupt, in der im Grunde alles geht ( nur kein Fahrradwegbau in Mitte und sonstwo 😉 )

Mamorkuchen à la Curd Citron Berliner Art, eine “Erfindung von Bioday Berlin, geht z.B. so:

Bereite einen normalen Rührteig aus Butter oder veganer Margarine ( ohne Palmöl ), Ei, Mehl, Zucker und Backpulver zu, 3/4 davon in die gewünschte Kuchenform geben, die du zuvor gefettet und bemehlt hast. Jetzt den restlichen Teig mit der Zitronen Curd vermischen, sodass zitronig-gelb wird. Auf den Teig geben und mit der Gabel in den Teig, der schon in der Form ist, verwirbeln, sodass ein tolles, witziges Muster erzeugt wird. Der Kuchen hat einen herrlich zitronigen Geschmack, aber ist nicht zu vordergründig sauer, weil eben nur 1/3 des Teiges zitronig ist: Berliner Vielfalt, wie immer.

Momorkuchen á la Citron Curd Berliner Art

Ich werde weitere Rezepte um und mit Curd demnächst ins Netz setzen. Am Wochenende versuche ich einen Hefeteig bzw Hefezopf mit Curd-Füllung.

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