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Vegane Wachstücher

Enthält Werbung:Wachstücher sind eine hervorragende Alternative zu Plastik. Wir zeigen dir, wie es auch vegan geht.

Von uns getestet: Enthält Werbung

Wachstücher kenne ich noch von früher: Meine Mutter hat eigentlich alles in Wachstücher verpackt, auch Wachstuchtischdecken gab es bei uns in der Küche, die meine Mutter selbst gemacht hatte. Bis es Plastik gab….

Dabei sind Wachstücher für den täglichen Umgang mit Lebensmittel super: Sie sind luftdurchlässig und antiseptisch, schützen – ja, ähnlich wie Plastik – deine Lebensmittel quasi wie eine zweite Haut, wodurch sie länger haltbar bleiben. Du kannst Gemüse, Obst, Brot und vieles mehr in das Tuch einwickeln.

Vielleicht sieht es sogar witzig aus, wenn du mit einem Wachstuch aus schön buntem Stoff für deine Kinder ein Pausenbrot liebevoll verpackst?

Zum Reinigen kannst du die Tücher mit kaltem Wasser, auch mit etwas Spülmittel oder mit deinem Kastaniensud, den du vielleicht nach unserem Rezept zubereitet hast, behandeln. Anschließend natürlich trocknen lassen. So ein Tuch ist wiederverwendbar. Du kannst sogar – wie wir oben auf dem Bild – eine kleine Tüte daraus nähen und deine Lebensmittel so noch besser verpacken.

Normalerweise werden Wachstücher aber aus Bienenwachs gemacht. Wir wollten es aber vegan versuchen, haben aber zunächst beide Varianten ausgewählt: Einen Unterschied konnten wir nicht feststellen.

Also nehmen wir lieber vegan:

Aber wie geht das?

Du brauchst dazu Carnaubawachs: Das wird aus den Blättern der brasilianischen Palmenart Copernicia Prunifera hergestellt. Die Blätter dieser Palme sind mit Wachs beschichtet, um diese vor Austrocknung zu schützen. Ein kleiner Teil dieser Blätter wird jährlich geerntet. Das daraus gewonnene Carnaubawachs wird geschmolzen, gereinigt, gesiebt und in Form von gelben Schuppen verkauft. Es ist das härteste aller tierischen und pflanzlichen Wachse. Aber ist eben rein pflanzlich, somit für vegane Anwendungen bestens geeignet. Mit einem hohen Schmelzpunkt und einem hohen Glanzgrad, kommt es in verschiedensten Anwendungen zum Einsatz, wie z.B. für vegane Gummibärchen, in Salben und Cremes, in Seifen, auch zur Kerzenherstellung kann man es nutzen. Es riecht ein wenig wie Honigwachskerzen, süßlich. Die Schüppchen sind aber ziemlich hart, anders als Wachsschüppchen. Wir haben unser Carnaubawachs von der Firma Stefan Fischer – Shop für Wachse und Wachsprodukte, die sich auf Carnaubawachs quasi spezialisiert haben. Aber auch unser Bienenwachs zum Testen haben wir von dieser Firma erhalten.


 

Und so geht du weiter vor:

Du brauchst ein Stück Stoff, das du am besten in einer Größe zuschneidest, die auch auf dein Backblech passt. Schneide es mit einer Zackenschere zurecht. Dann musst du ein Backblech mit Backpapier auslegen. Darauf kommt das Stoffstück. Nun musst du es mit den Carnaubaschuppen recht gleichmäßig bestreuen. Dann schiebst du das Bachblech in den Ofen, bei ca 80°. Schau zu, wie dein veganer Wachs schmilzt. Wenn es irgendwie fettig-glänzend verteilt aussieht, holst du das Blech vorsichtig heraus und lässt dein neues Wachstuch trocknen. Falls es – etwa an der Unterseite – etwas wachsig geworden ist oder doch zu steif wirkt, schieb es nochmals auf dem Blech kurz in den noch warmen Ofen. Das müsste reichen.

Zwei, die uns bei der Arbeit halfen 🙂

So kannst du es auch machen ( eine Variante, die wir bevorzugen):

Du kannst dein Carnaubawachs zusammen mit etwas Bio-Pflanzenöl langsam im Wasserbad schmelzen lassen, wobei du 4 Teile Wachs mit 1 Teil Öl vermengen solltest. Vorsicht: Der Schmelzpunkt beim Carnaubawachs ist höher als bei Wachs sonst. Du solltest also ein geeignetes hohes Gefäß nehmen, damit du das doch heiße Wachs besser herausnehmen kannst.Dann weiter wie beim 1. Rezept, nur, dass du nun den Wachs auf das Tuch pinselst. Dazu kannst du einen Backpinsel nehmen

Such dir aus, was dir besser gefällt. Bei der 2. Methode wird das Wachstuch unserer Meinung nach etwas geschmeidiger und lässt sich besser anwenden und weiterverarbeiten.

Wir haben unser Wachstuch zum Upcycling-Projekt erhoben: Wir nahmen dafür einfach Stoffreste, aus alten T-Shirts, Blusen oder Bettwäsche geschnitten. Das auf den Bildern ist aus einem alten Hemd gemacht. So hast du mit einem “Schlag” gleich viel für die Umwelt getan: Veganes, wiederverwendbares Tuch, upgecycelt und Plastik vermieden!

In einem anderen Beitrag zeigen wir dir, wie du aus dem veganen Wachs Kosmetik herstellen kannst, sodass du alle Reste des Carnauba aufbrauchen kannst. Hier berichten wir auch noch detaillierter über die Inhaltsstoffe des veganen Wachsersatzes.

Übrigens: Wundere dich nicht, wenn du deine Tücher herstellst, riecht es in deiner Küche ein wenig nach Kerzenwachs wie in einer Kirche 🙂

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